Lehrerin Jutta Hebbe und Referendarin Finja Bähr holten sich die Feuerwehr ins Haus. Und Andreas Kämmerling , Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Saerbeck und Zuständiger für Brandschutzaufklärung, brachte einen Löscher mit.
Vom Druck auf den Hebel trennten die Schülerinnen und Schüler allerdings 45 Minuten, in denen Andreas Kämmerling Grundlegendes zum Unterrichtsthema aus Feuerwehrsicht erklärte – und einiges wissen wollte von dem, was in den Chemiestunden zuvor rübergekommen ist: Oxidation, Verbrennungsdreieck, Aufbau eines Lagerfeuers und mehr.
„Die letzte Stunde war die coolste“, bekam Kämmerling zu hören, „da haben wir selbst Feuerlöscher gebaut mit Schaum und Kohlendioxid“. Dann das Stichwort Brandklassen von Schüler Eike. Feste und flüssige Stoffe können brennen, besondere Feuer sind die mit Metallen und Speisefett oder -öl, listete Kämmerlings Präsentationsfolie auf. Das war schon bekannt. Noch nichts wussten die Schüler und auch ihre Lehrerinnen über die praktische Funktion von Löschern für die Brandklasse F (wie Fett). „Wenn man auf diese Löscher drückt, blubbert ein blau-grünes Gel raus, macht ,flopp´ – und das Feuer ist ohne Explosion aus“, wusste der Feuerwehrmann zu berichten. Wieder etwas Neues gelernt.
Neu dürfte den Siebtklässlern auch diese feuerwehrtechnische Definition gewesen sein. „Löschen ist die Unterbindung des Brennens mit geeigneten Löschmitteln. Dabei wird eine für den Brennvorgang notwendige Voraussetzung gestört.“ Die Übersetzung und Verbindung mit dem Unterrichtsstoff leisteten die Schüler selbst. Wenn ein brennbarer Stoff, die Zündtemperatur dafür und Sauerstoff zusammenkommen, gibt es Feuer. Das löscht man, indem man den Brand mit Schaum vom Sauerstoff trennt, mit Wasser kühlt oder mit Kohlendioxid beides gleichzeitig macht – je nachdem, was da brennt. Der Feuer-Experte machte allerdings ganz klar, dass das nur für ganz kleines Feuer gilt. Bei größeren Flammen: gar nicht erst selbst versuchen, Abstand nehmen und „112“ anrufen.
Fragen hatten die Schüler reichlich. Was macht die Feuerwehr bei Waldbränden? „Wasser ohne Ende drauf.“ Was können Einsatzanzüge? „Damit kann man bis zu zehn Sekunden mitten in den Flammen arbeiten.“ Wie fühlt sich ein Sprung ins Rettungspolster an? „Du fällst mit viel Tempo wie ein nasser Sack rein.“
Nach den 45 Minuten mit dem Mann aus der Praxis war denn auch endlich die Praxis mit dem Schaumlöscher dran, draußen natürlich. Nächste Woche haben die Schüler wieder Stift und Papier vor sich, für den Abschlusstest.
WN: Alfred Riese




