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Abiturienten feiern mit „extra Knooplauch“

Mit einem humorvollen Motto, bewegenden Reden und jeder Menge Musik verabschiedeten sich die Abiturienten der MKG Saerbeck von ihrer Schulzeit. Der Döner stand dabei sinnbildlich für Vielfalt und Freundschaft.

Unter dem Motto „Abi mit allem – extra Knooplauch“ feierten 58 Absolventen der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule (MKG) am Samstagvormittag ihren Abschluss in der voll besetzten Bürgerscheune in Saerbeck.

Nach einem feierlichen Gottesdienst in der St. Georg Kirche eröffnete das Schulorchester unter der Leitung von Mechthild Runde mit dem Stück „Don’t Stop Me Now“ die Feier. Durch das Programm führte mit Charme und Witz Felix Bennemann.

„Euer Motto ist ein echtes Statement“, betonte Saerbecks stellvertretender Bürgermeister Felix Wannigmann. „Ihr meint das volle Programm“, so Wannigmann weiter. Während ihrer Schulzeit hätten die Schülerinnen und Schüler „Herz und Hirn“ eingesetzt. Mit viel Durchhaltevermögen sei es ihnen gelungen, selbst Krisenzeiten wie die Corona-Pandemie zu meistern. „Als Botschafter eurer Generation zieht ihr nun in die Welt und übernehmt Verantwortung“, so Wannigmann weiter.

Schulleiter Maarten Willenbrink bemühte in seiner Ansprache das Bild des diesjährigen Abi-Mottos. Ein Döner sei eine schmackhafte Mischung aus Junk Food und gesunder Mahlzeit, erklärte er. Es gebe inzwischen rund 18.000 Dönerbuden in Deutschland – dies spreche für den Beliebtheitsgrad des Döner Kebab.

„Euer Motto hat mich angeregt, ein dreizehnzeiliges Gedicht zu verfassen. Nun erlebt ihr die Uraufführung“, kündigte Willenbrink mit Spannung sein poetisches Werk an. Die Mühe hatte sich gelohnt: Sein humorvolles Gedicht à la Wilhelm Busch entlockte dem Publikum verschmitztes Schmunzeln und zuweilen laute Lacher. Mit dem Vers „Drum Freunde haltet fest im Sinn, im Döner steckt viel Gutes drin“, endete seine Darbietung. Sodann spannte der Schulleiter den Bogen zu Tiefsinnigem. Der Döner sei ein kulinarisches Sinnbild für gelingende Vielfalt, hob er hervor.

Während ihrer Schulzeit hätten die Schülerinnen und Schüler ihre Unterschiedlichkeit als „harmonisches Zusammenspiel“ genutzt. Sie hätten früh erkannt: Erst eine bunte Mischung schaffe „die Herrlichkeit“ – wie beim Döner. Der Schulleiter forderte abschließend seine Absolventen auf, Verantwortung in dieser Welt zu übernehmen. Die Gesellschaft brauche viele Vorbilder, die mit Weitsicht an diejenigen denken, die nach uns kommen. Seine Ansprache endete mit einer Bitte an die Abiturienten: „Und die Moral von der Geschicht? Vergesst uns und den Knooplauch nicht!“ Dafür erntete er viel Applaus.

Beratungslehrer Peter Knoop – dessen Name zum diesjährigen Abi-Motto führte – erinnerte im Anschluss an viele unvergessliche gemeinsame Erlebnisse außerhalb des regulären Unterrichtes. Besonders hob er die Stufenfahrt nach Leipzig hervor. „Beim dreifachen Besuch in Auerbachs Keller war wohl der Teufel im Spiel“, mutmaßte er hinsichtlich der darauffolgenden physischen Verfassung einiger Schüler. Knoop richtete auch herzliche Dankesworte an engagierte Schülerinnen und Schüler sowie Hausmeister und Sekretariat der MKG. Die gesamte Abiturientia forderte er abschließend zu Toleranz, Respekt und Offenheit auf. „Am Ende des Tages ist der Döner am besten, wenn man ihn zusammen mit Freunden genießen kann“, fasste Knoop zusammen.

Zwischen den verschiedenen Redebeiträgen präsentierten Schulorchester (Leitung Mechthild Runde) und Vokalpraktischer Kurs (Leitung Ilga Bülte) stimmungsvolle musikalische Einlagen, wie „Time of Our Lives“, „An Tagen wie diesen“ und „We are Young“. Das Publikum dankte mit wiederkehrendem kräftigen Applaus.

Als Nächstes traten die beiden Elternvertreterinnen Claudia Beuning und Andrea Stegemann ans Mikrofon. „Ihr seid diejenigen mit Geschmack“, zogen sie mit Bezug auf das Abi-Motto Bilanz. „Würzig, herzhaft, intensiv und mit einer extra Portion Persönlichkeit.“ Die Eltern seien sehr stolz auf ihre Kinder mit dem Reifezeugnis in der Hand. „Und ihr könnt es auch sein“, betonten sie zum Schluss ihrer munteren Ansprache.

Schülervertreter Niklas Rotter verglich das bisherige Schulleben mit einer Netflix-Serie: „Mal Drama, mal Tragödie und manchmal sogar Bildungsfernsehen.“

In seiner sehr persönlichen Rede fasste er die gemeinsame Schulzeit zum Ausdruck. „Unsere Zeit war einmalig“, betonte er. Es sei gar nicht vorrangig ums Pauken gegangen. Vielmehr seien doch alle zusammen groß geworden, großartige Freundschaften entstanden. Jeder Tag biete schließlich eine neue Chance für jeden Einzelnen, sich weiterzuentwickeln, wandte Rotter sich stellvertretend an seine Stufe.

Und nun blieben so viele witzige Erinnerungen im Gedächtnis: ein Mitschüler, der den „Weltrekord im Decke-Anstarren“ erzielt hat, ein anderer, der beim Skilaufen für Slapsticks gesorgt hat. Rotter beendete seine Gedanken mit dem Satz: „Das Leben ist kein einfacher Rap, sondern ein Döner mit allem Drum und Dran.“

Vor dem feierlichen Höhepunkt des Festaktes, der Zeugnisvergabe, wurden noch Auszeichnungen für besondere Leistungen in naturwissenschaftlichen Fächern vergeben und Präsente überreicht. Ebenso wurden die drei Jahrgangsbesten mit Traumnoten von 1,0 bis 1,2 für ihren großen Erfolg beglückwünscht und mit einem Gutschein beschenkt.

Oberstufenleiterin Anja Venjakob wies im Zuge dessen darauf hin, dass es im Leben nicht in erster Linie um „Traumnoten“ gehe. Vielmehr gehe es darum, einen moralischen Kompass zu entwickeln. „Tretet mit Mut für eine gerechtere Welt ein“, forderte sie ihre Absolventen auf. „Handelt menschlich und nehmt Lug und Betrug nicht stumm hin“, ergänzte sie.

Beim anschließenden Sektempfang stießen alle mit einem Gefühl von Stolz und Erleichterung auf die bestandene Reifeprüfung an – und fieberten sichtlich dem großen abendlichen Abi-Ball entgegen.

Text und Bild: Regina Sommer

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