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Aktivitäten- und Fahrtenwoche vor den Herbstferien

Die Premiere für das Wolfram-Inertgas-Schweißen im Werkraum, Feuer machen ohne Feuerzeug mitten auf der Wiese und ein soziales Schuhpuzzle auf dem Teppich: Das sind drei von vielen außergewöhnlichen Dingen in der Aktivitäten- und Fahrtenwoche der MKG vor den Herbstferien. Wenig an der Schule war wie sonst, in allen Jahrgängen galt: Unterrichtsalltag aus und Zeit für andere, auch wichtige Dinge ein. Hier beispielhaft drei von mehr als 20 Angeboten:

Mint-Rallye mit 16 Unternehmen

„Die Schülerinnen und Schüler haben voll Bock“, so beschrieb Jens Nordbrock, was er bei der Mint-Rallye in Jahrgang acht erlebte. Der Ausbilder im Lengericher Werk des Zement- und Bauherstellers Dyckerhoff sah das vom zdi-Zentrum Kreis Steinfurt organisierte Berufe-Reinschnuppern mit 16 Unternehmen und Einrichtungen aus der Region als „guten Erstkontakt“ zwischen Betrieben und jungen Leuten. Auch, wenn es ihm und den beiden Azubis darum ging, „mögliche Richtungen aufzuzeigen, nicht unbedingt unsere Firma selbst“, legten sich die drei ordentlich ins Zeug.

Mit Vincent Benning und Sebastian Wild, angehenden Verfahrensmechanikern, löteten die Achtklässler aus Draht und einer Batterie einen funktionierenden Elektromotor zusammen und lernten nebenbei, dass in den Dyckerhoff Laboren Grundlagenforschung läuft und KI für Prozesssteuerung trainiert wird. Mit Farbindikatoren zum Nachweis von Stoffen hantierten die MKG-Schülerin Ella zusammen mit Jessica, Azubi zur Chemielaborantin, die ihr Abi an der MKG gemacht hat.

Heiß her ging es bei MBH Maschinenbau und Blechtechnik aus Ibbenbüren. Die umlagerte Hauptattraktion des 240 Mitarbeiter großen Betriebs: der blendend helle Lichtbogen beim Wolfram-Inertgas-Schweißen. Für Achtklässler Simon war es das erste Mal, dass er ein Schweißgerät in der Hand hatte. Und „für das erste Mal sieht die Kehlnaht richtig gut aus“, befand Leon Effenberg, fast fertiger Azubi zum Feinwerkmechaniker. „Der Beruf wäre schon etwas für mich“, meinte Simon, während er die Schweißermaske gar nicht aus der Hand geben wollte.

Vielfalt der Berufswelt zeigen

„Ich bin sehr froh, dass wir an der MKG früh im achten Jahrgang zeigen, wie vielfältig die Berufswelt ist und was zum Beispiel für das Praktikum ein Jahr später möglich ist. Das haben etliche Firmen hier bestätigt“, ordnete Niels Effelsberg, Didaktischer Leiter der MKG, die Mint-Rallye in das Gesamtkonzept zur Berufsorientierung an der Schule ein. Dazu gehörte für Achter jetzt auch ein Bewerbungstraining mit Azubis der langjährigen MKG-Kooperationspartner Windmöller & Hölscher und Westfalen AG.

Draußenzeit für die Fünfer

Ohne Strom, Chemie und Lötzinn kam die Draußenzeit für die fünften Klassen aus. Auf dem Gelände des gleichnamigen Vereins für Wildnispädagogik funktionierte es zusammen mit dem Wildnispädagogen Dominik Schlummer sogar, ohne Feuerzeug Feuer zu machen – nur mit Wolle, Spänen, Rinde und Reibehölzern. „Viele habe so etwas noch nie gesehen“, meinte er, umgeben von Bäumen und Wiesen.

Den Wald erkunden, die Natur kennenlernen, Frühstück am Lagerfeuer, gemeinsame Erfahrungen und Erlebnisse sammeln am Anfang des neuen Schulabschnitts: Für Lehrer Benedikt Ricken war die Draußenzeit eine gute Gelegenheit für die Kinder in den neu zusammengekommenen Klassen, sich gegenseitig kennenzulernen; und für Susanne Frömel war es als Lehrerin eine Chance, die Kinder anders kennenzulernen als im Unterricht. „Draußen sein ist etwas Tolles, das sieht man hier“, stellte vor Ort Andre Dolle vom Aktionssponsor Sparkasse fest.

„Wir sind Klasse“: Sozialtraining für Siebener

Was braucht es für eine eine gute Klassengemeinschaft? Diese Frage stand im Mittelpunkt beim Sozialtraining „Wir sind Klasse“ im siebten Jahrgang. Die beiden Referendarinnen Pauline Brink und Anna-Marie Petrovic, von denen das Konzept stammt, unterstützt von gerade gestarteten Referendarinnen und Praxissemester-Absolvierenden, hielten sich dabei absichtlich im Hintergrund. Sie unterstützten im Pfarrheim St. Georg, zeigten Wege und ließen Raum zur Selbsteinschätzung und Selbstorganisation. Zum Beispiel beim Kochen des Klassentopfs mit kurzen Aussagen zum Status des Sozialen in der Gruppe. Oder beim Codeknacker-Spiel, das Wahrnehmung, Kommunikation und Teamwork forderte und in einem Schuhpuzzle auf dem Teppich endete.

„Ideen entwickeln, Kreativität, Geduld, auf Neues einlassen: Das machen die Schülerinnen und Schüler richtig gut“, bescheinigte Pauline Brink. „Wir schauen heute auf Eigenschaften, die man für eine gute Klassengemeinschaft braucht“, erklärte sie den Ansatz. Die Sozialaktionen in Jahrgang sieben sponsorte die Volksbank.

Neben besonderen Aktionen vor Ort fasst die MKG Betriebspraktika, Wandertage, Ausflüge und Studienfahrten in der Aktivitäten- und Fahrtenwoche zusammen.

Text und Bilder: Alfred Riese

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