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Die Kurzzeit-Sprachassistentin - Emiline Coulmeau ist die erste französische Berufspraktikantin seit über zehn Jahren

Mit Emeline Coulmeau hat in der vergangenen Woche die dritte Schülerin des College P.A. Renoir in der französischen Partnergemeinde Ferrieres ein Praktikum zur Berufsorientierung in Saerbeck absolviert. Die beiden Vorgängerinnen waren vor mehr als zehn Jahren hier.

Für Guy Beauvais , Vorsitzender des Partnerschaftsvereins in Ferrieres, geht damit ein „lang gehegter Traum“ in Erfüllung. Seit 1996 gab es 19 Betriebspraktika von Zwölftklässlern der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule (MKG) in Ferrieres, aber nur zwei in der anderen Richtung. Cornelia Kiefhaber , an der MKG zuständige Lehrerin für die Frankreichkontakte, hofft darauf, dass der Besuch von Eveline Coulmeau nun am College in Ferrieres Türen öffnet.

Die 14-jährige Französin zeigte für ihre eine Woche in Saerbeck doppelten Einsatz. Das Betriebspraktikum ist für ihre Altersstufe verpflichtend, man sucht sich Plätze mit ausreichend zeitlichem Vorlauf. Das tat auch Emeline Coulmeau, und zwar in Ferrieres, ganz normal während der Unterrichtszeit. In Saerbeck war sie jetzt freiwillig und zusätzlich in den französischen Winterferien zu einem zweiten Praktikum.

Die zweite Praktikumsrunde hat sich gelohnt, fand Emiline Coulmeau am Ende. Saerbeck und die MKG kannte sie bereits vom Schüleraustausch im vergangenen Jahr. Aufgenommen wurde sie in der Familie von Lysann Peters aus der Klasse 10a in Ladbergen. Deren Mutter gehört zur Leitung des DRK-Kneipp-Kindergartens „Abenteuerland“ in Ladbergen, wo Emiline Coulmeau einen Tag hospitierte. Die weiteren vier Tage begleitete sie an der MKG Französischlehrer und half im Unterricht, gewissermaßen als Kurzzeit-Sprachassistentin. Die Frage der Schüler und Lehrer am Ende der Woche: Warum kann Emeline Coulmeau nicht länger bleiben?

Die französische Schülerin erzählte kurz vor der Rückfahrt, dass sie ein sehr anderes Schulsystem weiter kennengelernt habe: mehr auf das Positive setzend, lockererer, aktiver. Wird sie ein Praktikum in Saerbeck an ihrer eigenen Schule weiterempfehlen? „Ja bestimmt“, sagte sie sofort. Und würde jemand kommen? Eher weniger, denn für das Pflichtpraktikum komme die Auslandswoche zurzeit kaum in Frage, und die Ferien würden die Wenigsten dafür opfern.

Der Saerbecker Partnerschaftsverein mit seiner Vorsitzenden Waltraud Klostermann hatte für Emeline Coulmeaus Praktikum eine Initiative von deren Deutschlehrerin Catherine Saugnac aufgegriffen und möglich gemacht. Eigentlich wollten mehr Schüler kommen – das klappte aber nicht. An der MKG hatten sich schon viel mehr Familien als nötig regelrecht darum beworben, Praktikumsschüler aufzunehmen.

„Die Begeisterung für den Frankreichaustausch wächst auch bei den Eltern“, stellt Maarten Willenbrink, kommissarischer Leiter der MKG, fest. Er nennt den Kontakt zum College in Ferrieres einen „schwierigen, aber wertvollen Baustein“ des MKG-Schulprogramms und bringt ihn durchaus in Verbindung zum Ausbau der deutsch-französischen Freundschaft im europäischen Rahmen. Im April bei einem mehr privaten Besuch in Ferrieres wollen MKG-Lehrer und -schüler weiter an diesem dicken Brett bohren. Und auch der hiesige Partnerschaftsverein hat nicht vor aufzugeben, erklärte die Vorsitzende Waltraud Klostermann – schon gar nicht im 25. Jahr des Bestehens der Gemeindepartnerschaft, was im August in Ferrieres gefeiert wird.

WN: Alfred Riese

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