„Stücke, die sie vielleicht wiedererkennen, je nachdem wie alt sie sind“, hatte DuG-Lehrerin Sabine Ebbing den Eltern und Verwandten in der Aula der Alten Hauptschule angekündigt. Und die für die Aufführung bearbeitete Vorlage von Peter Förster, basierend auf einer WDR-Doku-Serie von 1999, erfüllte die Erwartungen musikalisch. Ein Moderatoren-Duo führte durch die unterhaltsame und durchaus lehrreiche Zeitleiste und lieferte Stoff zum Nachdenken über gesellschaftliche Veränderungen und das vermeintliche „Früher war alles besser“.
Da ging es zur Musik der Beatles („Why don’t we do it in the road“, 1968) um tabuisierte Sexualität und Aufklärung aus der „Bravo“, später zu „Mamma mia“ von Abba um Ökos und Friedensbewegte. Die Spielszenen zum Soundtrack zeigten die Verklemmtheit der frühen 1960er und die aufkommenden Geschlechterkämpfe in Form von Band-Streitigkeiten. Es ging um die „Drogen und Karma“- Milieus der 1970er und Polizeigewalt in der so genannten „guten alten Zeit“.
Wann hat man das letzte Mal von Uschi, Gabi und Hajo gehört, die die Heartbreakers „knorke“ finden? Immer nah am Puls der jeweiligen Zeit, ihrer Sprache und dem Denken, ging die Reise hin bis zu Punk, Techno und HipHop. Musik als Geschäft einer Industrie, als Meinungsmacher und Trendsetter, auch damit setzte sich der DuG-Kurs in seiner Inszenierung auseinander.
Die Schülerinnen und Schüler schafften es, auch dank der gelungenen Bühnenbilder und Outfits, aus der Chronologie von Pop und Jugendkultur einen unterhaltsamen, zeitgeschichtlich durchaus informativen und die Älteren im Publikum vielleicht etwas sentimental stimmenden Bogen zu spannen. Und das war keine Zumutung für sie, wie ihr Engagement auf der Bühne zeigte – und der Applaus dafür.
Text und Bilder: Alfred Riese


