Na, so macht Englischlernen doch mal richtig Spaß: Für die Fünft- und Sechstklässler der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule führte das „White Horse Theatre“ in der Bürgerscheune das schaurig-schöne Fantasie-Stück „The Dark Lord and the White Witch“ auf, eine Mischung aus „ Harry Potter“, „ Herr der Ringe“ und Shakespeares „Sommernachtstraum“. Als durch und durch guter Mensch wurde das herzensgute, schüchterne Dorfmädchen Gala auserwählt, die Welt vor dem furchtbaren Lord Morbus zu retten und begibt sich auf eine lange Reise zum Schloss des Bösewichts. Dabei trifft sie auf zwei Reisegefährten: den gut aussehenden Elfen Slightly und die hässliche Kreatur Gloop. Am Ende der Geschichte stellt sich heraus, dass der Schönling der furchtbare Lord ist und dass der hässliche Gloop ein wahrer Freund war. Lord Morbus stirbt, als Gala ihm einen Spiegel vorhält. Dafür wird sie zur Königin des Landes Underearth gekrönt. Der pädagogische Mehrwert solcher Aufführungen liegt auf der Hand: Hier braucht es keine Lehrertricks, um die Schüler zu motivieren. Viele von ihnen hören zum ersten Mal originales Englisch; außerdem hilft und unterstützt das Theaterspiel auch schwächere Schüler. Und wer von Herzen über einen auf Englisch vorgetragenen Gag oder Witz lachen kann, der hat schon viel gelernt. Das 1978 von dem englischen Schauspieler, Autor, Regisseur und Musiker Peter Griffith gegründete „White Horse Theatre“ gilt inzwischen als Europas größtes pädagogisches Tourneetheater – pro Jahr kommen mehr als 400 000 Schüler in den Genuss ihrer Aufführungen. Mit heute sechs Tournee-Ensembles tourt das „White Horse“ durch ganz Deutschland und spielt dabei neben gekürzten Klassikern wie Shakespeare, Harold Pinter und Tennessee Williams auch Stücke, die extra für Unterstufenschüler geschrieben sind. Wie jetzt in der Bürgerscheune „The Dark Lord“ von Theatre-Gründer Peter Griffith. Der Erfolg gibt ihm auch hier in Saerbeck recht und seinen professionellen Schauspielern verdienten tosenden Applaus der hellauf begeisterten Schüler: „Ich hab ja nicht alles verstanden“, sagt eine Sechstklässlerin zu ihrer Freundin, „aber ich fand’s trotzdem ganz toll!“ WN vom 01.03.2017/ von Hans Lüttmann
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