Sie alle hatten „in besonderer Weise Engagement, Ausdauer und Leistungsbereitschaft“ gezeigt, wie Jäger in der Begrüßung erklärte. Eher selten entstünden besondere Leistungen durch Talent: „Sie sind oft das Ergebnis von Neugier, Fleiß, Mut und der Bereitschaft, Herausforderungen anzunehmen“. Dabei gehe es nicht allein um Noten, sondern um das Engagement für andere und weitere Eigenschaften wie Kreativität, Verantwortungsbewusstsein und der „Fähigkeit, andere zu unterstützen und zu motivieren“.
In diesem Sinne seien die Schülerinnen und Schüler, die sich im schattigen Kleinen Forum der Schule, etwas abseits des zeitweise trubeligen Schullebens, für eine Schulstunde zusammengefunden hatten, „Vorbilder“. Sie zeigten, so Jäger, was mit Einsatz und Entschlossenheit erreicht werden könne.
Das, so haben die einzeln oder in teilweise großen Gruppen aufgerufenen Schülerinnen und Schüler in großer Vielfalt getan. Er begann mit denjenigen, die eine Rede zum Volkstrauertag gehalten und eine Ausstellung zum Verband Deutscher Kriegsgräberfürsorge (VDK) organisiert hatten. Weiter ging es unter anderem mit denen, die sich um die Klassenkameraden im Rollstuhl kümmern. Eine besonders große Gruppe bildeten die Mitglieder der Schülervertretung, die sich in verschiedenste Schulaktivitäten einbringen.
Dazwischen eingestreut gab es auch Urkunden für besondere Schulleistungen in Englisch auf Cambridge-Niveau, Französisch und für Mathe-Asse. Wobei Dominik Jäger letzteren nicht alle Urkunden persönlich übergeben konnte. Denn einige bereiteten sich parallel in der Mensa auf Präsentationen mehrerer Schulen in Mathematik vor, die kurz danach vor Eltern gehalten werden sollten.
Die Klasse 9d wurde gleich komplett ausgezeichnet. Sie hatte in diesem Jahr die Sammlung zur Kriegsgräberfürsorge organisiert und ein Rekordergebnis erzielt. Kaum weniger Schülerinnen und Schüler rief Jäger auf, die sich als Ersthelfer gemeldet hatten. Von der Resonanz sei man überrascht gewesen. Nach dem Aufruf hätten ständig weitere Interessenten im Sekretariat um Anmeldezettel gebeten. In der kommenden Woche soll der Erste-Hilfe-Kurs für sie starten. Urkunden gab es zudem für das Team, das kürzlich im Rahmen eines Start-up-Projekts von der Gemeinde 10.000 Euro für die Einrichtung eines Verkaufskiosk und die Entwicklung eigener Produkte dafür, bewilligt bekommen hat.
Mit dabei waren unter weiteren die Schülerinnen, die beim Reiten die Trainer unterstützen sowie die Schüler, die den Schlüsseldienst für die MINT-Räume übernehmen. „Das Vertrauen, das die eigenständige Nutzung der Räume erfordere, sei nie enttäuscht worden. Ganz im Gegenteil werde hier so engagiert gearbeitet, dass die Schülerinnen und Schüler immer wieder Preise für die MKG gewinnen, betonte Jäger.
Im Ergebnis konnten Schülerinnen und Schüler sogar mit mehr als einer Urkunde nach Hause gehen. „Macht weiter so“, wünschte sich Dominik Jäger und entließ die Schülerinnen und Schüler mit der frohen Kunde an diesem heißen Tag: „Für die letzten sieben oder acht Minuten müsst ihr nicht mehr in eure Klassen gehen“.
Text und Foto: Harald Westbeld

