Aber von Anfang an: zunächst musste sich die Klasse im Fach Wirtschaft etwas trockenes theoretisches Wissen erarbeiten: was ist Verbraucherschutz? Warum hat die Verbraucherzentrale einen staatlichen Auftrag? Was leistet z.B. die Stiftung Warentest? Dann wurde es aber schnell praktischer: die Klasse verglich Amazon-Bewertungen mit Aussagen der Stiftung Warentest und entlarvte Mogelpackungen in ganz unterschiedlichen Branchen. Spätestens beim Preisvergleich von Schokonikoläusen war klar: das ist ein Thema, auf das wir genauer schauen wollen!
So entschied die Klasse am Wettbewerb "Jugend testet" der Stiftung Warentest teilnehmen zu wollen. In diesem Wettbewerb wird ein Produkt oder eine Dienstleistung getestet, die Schülerinnen und Schüler simulieren die Arbeit der Stiftung Warentest. Zunächst wurden in Kleingruppen die zu testenden Produkte ausgewählt, hier stand oft persönliches Interesse, aber auch die verlockende Aussicht auf einen Geschmackstest im Vordergrund: Paprikachips, gesalzene Chips, pinker Nagellack, Eistee Pfirsich, Erdbeerkaugummi, Backofenpizza Salami, Salamipizza vom Lieferservice und medizinische Masken (ja, irgendwie haben sich die Coronaerfahrungen auch in unseren Test geschlichen...).
In den Gruppen wurden dann die Kriterien festgelegt, die ein sehr gutes Ergebnis ausmachen würden (Geschmack, Preis, Aussehen, Verpackung...). Etwas kniffeliger wurde es bei der Frage, wie man diese Kriterien mit Indikatoren messen kann und auch wie die Kriterien gewichtet werden (ist es wichtiger, dass eine Pizza preisgünstig ist oder dass die Anleitung gut verständlich ist?). Nach einem selbst organisierten Einkauf der Produkte, begann dann endlich der schönste Teil: die Testung! Hier musste jede Gruppe die selbst entwickelten Verfahren umsetzen: Zutatenlisten vergleichen, Masken zuhause in die Waschmaschine geben, Kaugummidauerkauen, Nägel mit unterschiedlichen Lacken lackieren, alle Lieferdienste im Dorf besuchen.... und ganz viel essen.... :-)
Kurz vor den Weihnachtsferien werteten dann alle Gruppen die Ergebnisse aus. Es ergaben sich viele Überraschungen: die teuersten Paprikachips schnitten am schlechtesten ab, im Eistee Pfirsich gibt es bei keiner Marke einen Pfirsichanteil, Backofenpizza ist zwar günstig, aber überzeugen konnte kein Produkt, auch nach einer Woche sind Chips noch knusprig, Masken sehen nach einem Waschgang in der Maschine sehr unterschiedlich aus,... Außerdem stellten die Gruppen fest, dass man sehr sorgfältig rechnen muss, um die Ergebnisse statistisch vergleichen zu können.
Im Januar werden wir unsere Ergebnisse nun noch abschließend dokumentieren und dann heißt es "Daumen drücken" für unsere Wettbewerbsteilnahme (mehr unter https://www.jugend-testet.de). Aber auch wenn die 8a den Hauptpreis - eine Reise nach Berlin - nicht gewinnen wird, hat die Arbeit viel Freude gemacht und gezeigt, dass objektive Produkttestung doch etwas ganz anderes ist als "dahingeschriebene" Bewertungen im Netz.





