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Jury der Windmöller-Stiftung lässt sich Innovation Lab der MKG zeigen

Wo gehört der Knochen denn nun hin in dem Skelett? Christian Holterhuis zupft im Innovation Lab der MKG mit den Fingern in der Luft herum, während ihm die Virtual-Reality-Brille zeigt, ob’s passt.

Was für den Biologieunterricht gedacht ist, probiert Holterhuis, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs- und -entwicklungsgesellschaft Kreis Steinfurt (WESt) und Jurymitglied der Adelheid-Windmöller-Stiftung (AWS) in Lengerich, gerade an der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule aus. Er und die vier weiteren Juryangehörigen Petra Mädel (IHK Nord Westfalen), Benjamin Kinski (Ausbilder bei der Windmöller & Hölscher Academy) sowie Elisabeth Braumann und Florian Günther vom Stiftungsvorstand hatten im Dezember die MKG für die Projektidee „Scrum-Space – Innovationslabor Schule“ mit dem Schülerpreis 2025/ 2026 ausgezeichnet. Nun überzeugte sich die Jury, dass die 2500 Euro Preisgeld gut angelegt sind.

 

„Konkret einsetzbar“

„Cool und konkret im Unterricht einsetzbar“, bescheinigt Elisabeth Braumann der Virtual-Medicine-Anwendung, während sie sich mit der Brille auf dem Kopf als Orthopädin versucht. Noch besser: Die App zum Buchen der Brillen für den Unterricht über das schulweite Cloudsystem IServ kommt, für Lehrpersonen soll es Schulungen zum Einsatz des VR-Systems geben, kündigt Esther Kuck an – und noch einiges mehr. Die Lehrerin ist an der MKG besonders engagiert im Mint-Bereich (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) und bei „Jugend forscht. „Echt spannend, was ihr macht“, bescheinigt Stiftungsvorstand Florian Günther den Schülerinnen und Schülern, die der Jury nach der Preisvergabe ihre Projekte im Einsatz präsentieren.

Auch im Angebot: ein Rundgang auf der internationalen Raumstation ISS und eine Sprach-App, erklärt Schüler Leon Lehnen. Fürs bessere Verständnis ruft sein Lab-Kollege Simon Klemm in der Brille (und auf dem Bildschirm) das App-Verzeichnis auf und zeigt noch ein virtuelles Chemielabor.

Währenddessen schwirrt schon eine LiteBee-Minidrohne durch die Luft und bringt Video-Innenansichten aus dem Raum auf den Großbildschirm. Die Route haben die Fünftklässler Carl Füchtjohann und Henry Schumann aus der Robotik-AG programmiert. „Wenn wir genug Geld hätten, könnten wir die Sensorik erweitern oder Formationsflüge machen“, bringt Sophia Thöne, die als Lehrerin die Robotik-AG betreut, geschickt an.

 

Kamera-Drohne guckt herein

Von draußen durchs Fenster schickt derweil bereits die große Kamera-Drohne, handgesteuert von Schüler Karl J. Bolte, ihr Bild auf den Monitor. „Professionell“, findet Schüler Fiete Janson – und schon gibt es Luftbilder vom Schulgelände zu sehen. Souverän rattert Ben Kerstingskötter die TechSpecs herunter: „flüssige 60 fps in 4K, Gimbal-unterstützt und mit Filtern, hat im Schnapp 1000 Euro gekostet mit drei Akkus.“

Im Stichwort Scrum-Space bezieht sich das „Scrum“ auf eine Projektmanagementmethode, die mehr ein Raster und Orientierung bietet, als ein festes Regelwerk und deshalb als sehr agil gilt. Dabei verfolgt die MKG einen fächer- und jahrgangsübergreifenden Ansatz mit Unterstützung von außen, etwa durch Unternehmen. Scrum ist sozusagen der ideele Teil des MKG-Projekts.

Außerdem braucht es Hardware, bei deren Anschaffung das Preisgeld geholfen hat. „Die digitalen Werkzeuge für das Innovation Lab“, nennt MKG-Schulleiter Maarten Willenbrink das: VR-Brillen, Drohnen, 3D-Drucker, später gerne mehr. Beides zusammen bietet „weit über den normalen Unterricht hinausgehende Forschungsmöglichkeiten, lässt mehr fachliche Erfolge zu und auch Nischen, die Schüler sich eröffnen können“, erklärt er. Das VR- und das Drohnen-Team sind die ersten dieser Erfolge.

 

Besonderes „Begabungsförderungsformat“

Willenbrink ordnet den „Scrum-Space – Innovationslabor Schule“ als „dauerhaftes schulisches Begabungsförderungsformat“ ein. Und „wir sehen gerade, dass es funktioniert“, ist er überzeugt. Die Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgängen fünf bis neun nicken.

Da macht die Jury mit. „Es ist schön, diese Begeisterung bei den Schülern zu sehen und wie sie ihre eigenen Stärken erkennen können“, meint Petra Mädel von der IHK. „Wir waren so schon öfter hier, ich hatte von der MKG nichts anderes erwartet“, stellt Elisabeth Braumann eine sehr gute Note aus. Die Stiftungsvorständin findet auch „den Anschluss der Schule an praktisches unternehmerisches Denken gut“. Unterm Strich habe die Jury „genau das“ gesehen, „was wir uns bei unserem Wettbewerb vorstellen: die Umsetzung von Ideen ermöglichen“.

 

Die Stiftung und der Schülerpreis

Die Adelheid Windmöller- Stiftung wurde 2015 von Adelheid Windmöller, ehemalige Geschäftsführende Gesellschafterin des Familienunternehmens im Maschinenbai Windmöller & Hölscher, in Lengerich gegründet. Der Zweck der Stiftung ist die Förderung der Bildung, unter anderem der Aus- und Weiterbildung von Schülern, aber auch Auszubildenden und Studenten. Förderungen und Preise sind mögliche Mittel dazu, heißt es von der Stiftung.

Der Schülerpreis für ausgezeichnete MINT-Projekte wurde 2016 erstmals durchgeführt und richtet sich an weiterführende Schulen in Lengerich und der näheren Umgebung. Es geht darum, Initiativen und Ideen an Schulen zu unterstützen und mit dem Preisgeld Anschaffungen zu finanzieren, die aus dem regulären Schuletat nicht zu bezahlen sind, dies nach dem Prinzip „Fordern und Fördern“.

Text und Bilder: Alfred Riese

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