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MKG entlässt 119 Zehner, 81 davon mit Oberstufenreife

119 Schülerinnen und Schüler des zehnten Jahrgangs der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule (MKG) haben am Samstag ihre Abschlusszeugnisse bekommen.

„Niemand geht ohne Abschluss und niemand mit weniger, als er oder sie vor einem Jahr hatte“, unterfütterte Dirk van Aaken, Leiter der Jahrgänge acht bis zehn, diese Zahl. Ein Schüler im Bereich Deutsch als Zweitsprache (DaZ) wechselt in eine internationale Förderklasse. Es gibt vier Abschlüsse im Bildungsgang Lernen, zwei davon auf dem Niveau des Ersten Schulabschlusses (früher Hauptschulabschluss nach Klasse neun). Diese beiden Schüler beginnen, ausgehend von ihren Langzeitpraktika, direkt eine Ausbildung, freute sich van Aaken. Fünf erreichten den Erweiterten Ersten Abschluss (früher Hauptschulabschluss nach Klasse zehn).

109 Schülerinnen und Schüler verlassen die Sekundarstufe I mit dem Mittleren Schulabschluss (früher Realschulabschluss). Einen dicken Strich setzte van Aaken unter seine letzten beiden Zahlen: 81 der 109 haben den Q-Vermerk auf ihrem Zeugnis, die Eintrittskarte für die gymnasiale Oberstufe. Etwa 60 wollen diesen Weg an der MKG gehen. Die MKG nimmt als Ort des gemeinsamen Lernens jedes Jahr bis zu zwölf Inklusionskinder auf. Außerdem betreut sie in ihren regulär 120 Schülerinnen und Schüler großen Jahrgängen Kinder aus geflüchteten Familien. Für die MKG als Gesamtschule sei entscheidend, „dass alle von euch auf ihrem individuellen Weg erfolgreich sind“, ordnete van Aaken die Ergebnisse ein.

„Fürchtet euch nicht vor dem, was euch jetzt erwartet“, gab van Aaken den Entlassschülern mit auf dem Weg, indem er das Abschlussmotto „Das Wars Episode V-X, der Abstieg der Abschlussklasse – Möge der Abschluss mit uns sein…“ in Anlehnung an die Star-Wars-Filmreihe aufgriff. Der Jedi-Meister Joda aus den Filmen habe mit seiner Erklärung, dass Furcht zu Wut, Wut zu Hass und Hass zu Leid führe, nicht nur den „Weg zur dunklen Seite“ beschrieben, sondern zugleich, was heute der Populismus mache.

Ohne viel Bezugnahme auf ihr Motto blickten drei Schülerinnen und ein Schüler stellvertretend für ihre Klassen und mit etlichen Anekdoten auf die vergangenen sechs Jahre zurück, „die ein Miteinander waren, das uns jetzt so kurz vorkommt“, wie Lena Anouk Hoffmann (10a) meinte. Diana Grass (10b) dankte besonders den Lehrerinnen und Lehrern für die „alles andere als langweilige Schulzeit“ und ChatGPT, dem „stillen Mitschüler“. „Sechs Jahre lang haben wir nur unseren Abschluss gewollt, und jetzt kommt es doch sehr plötzlich“, fand Emil Oskar Friedrich (10c). Dank für die Schulleitung, die „Familien, die immer an uns geglaubt haben“ und „das seltsame Gefühl, dass unsere Wege sich nun trennen“, drückte Zoe Leona Anna Gustke (10d) aus.

Für MKG-Schulleiter Maarten Willenbrink war wichtig: „Wir feiern heute unterschiedlichste Erfolge, vor allem aber feiern wir eure Entwicklungen“. Das Motto-Bild sich kreuzender Lichtschwerter interpretierte er mit Nelson Mandela. „Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern“, während er die Entlassschüler die „Rebellen unserer Zukunft nannte. An Bürgermeister Dr. Tobias Lehberg gewandt, stellte er fest, „die Gemeinde Saerbeck steht immer voll hinter der MKG“.

„Warum muss ich das lernen“, diese Frage habe er sich selbst vor mehr als 30 Jahren auch gestellt, merkte Tobias Lehberg am Rednerpult an. Er wollte wetten, dass wie er jede und jeder „früher oder später feststellt: gut, dass ich dieses oder jenes in der Schule gelernt habe“. Die Schule habe „das Rüstzeug verschafft, das ihnen viele Möglichkeiten für den nächsten Lebensabschnitt bietet. Sie haben das Lernen gelernt und auch, mit Erfolgen und Niederlagen umzugehen, “ – was als Schubkraft für die nächste Episode wirken könne.

Entlang der Star-Wars-Episoden aus dem Kino beschrieben die Elternsprecher Rasma Beermann und Andreas Winter (mit phänomenaler Darth-Vader-Stimme) den Weg der Kinder von der „dunklen Bedrohung“ an der neuen Schule über die gewonnenen Freundschaft, die „stärker als jedes zurückschlagende Imperium“ sind, und die „neue Hoffnung, dass die Zukunft gestaltet werden kann“, bis zur „Rückkehr der Jedi-Ritter“, in der alle Niederlagen sich in Siege verwandeln wie nun die „wohl verdienten Abschlüsse“.

Durch das Programm der Entlassfeier führte Julia Krawinkel. Die Zeugnisse mit einer Rose und dem Grundgesetz erhielten die Schülerinnen und Schüler von ihren Klassenlehrerinnen und -lehrern. Für den musikalischen Rahmen sorgte der Abschlussjahrgang selbst mit der Musikklasse 10d unter Leitung von Sarah Tanner und einem Repertoire von der Star-Wars-Titelmelodie über ein Michael-Jackson-Medley bis Beyoncés „Freedom“. Im vorangegangenen Gottesdienst hatte eine Gruppe von Schülern und Lehrern mit Pastoralreferentin Anja Daut (ST. Georg) das Mottothema verbunden mit der biblischen Erzählung von Jakobs Ringen mit Gott am Fluss, einer Geschichte über Begleiten und Zuwenden, um Mut und Segen. Am Rande zu beobachten war ein Vater, der mit dem Mathe-Buch „Zahlen und Größen Klasse 10“ unter dem Arm auf die allerletzte Gelegenheit zur Rückgabe wartete. Seinen Abschlussball feierte der Entlassjahrgang im Ballenlager in Greven.

Text: Alfred Riese

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