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Schüler*innen der MKG präsentieren Projekte beim Energiegespräch

Das rechnerische Ergebnis ist beruhigend: Niemand muss auf der Rückbank sitzen bei 642 Autos pro 1000 Einwohner in Saerbeck. Aber wie lassen sie sich umweltfreundlicher bewegen? Dieser Frage sind Jana Rausch und Sophia Thiel ein Jahr lang an der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule (MKG) nachgegangen. Am Dienstagabend stellten sie und ihre Mitschüler die Ergebnisse aus vier Projekten beim Energiegespräch in der Gläsernen Heizzentrale vor.

Im „Change Lab“ der Fachhochschule Münster konnten sich insgesamt 20 Schülerinnen und Schüler Projekte im sozial- oder naturwissenschaftlichen Bereich suchen und angeleitet von Studierenden erarbeiten, wie Stefan Unewisse erklärte, der sie dabei an der MKG begleitete. Den Kontakt mit der Fachhochschule sah Bürgermeister Dr. Tobias Lehberg in der Begrüßung als „tolle Chance, Möglichkeiten zu erkunden.“ Die Schülerinnen und Schüler nutzten sie, um ganz unterschiedliche Fragen aufzugreifen, die sich an diesem Abend vor allem mit der Energiewende und Umweltfragen beschäftigten.

Die jahrelangen Frotzeleien zwischen Emsdettenern und Saerbeckern, welche Kommune vorne liegt bei der Energiewende, inspirierten Ole Uenning und Robert Kaiser, zum Thema „Konkurrenz, aber viel mehr Chance“. Aus dem Vergleich der Zahlen und unter anderem einem Interview mit dem Emsdettener Bürgermeister Oliver Kellner ergab sich das Fazit, das sie auf 25 Seiten detailliert aufgeschrieben haben: Beide Kommunen gehen voran, wenn auch auf unterschiedlichen Wegen. Es gibt keine Konkurrenz, sondern zusammen gelingt die Energiewende.

Wie man sie den Bürgern verständlich und kurzweilig erklären kann, zeigten Maja Osterhaus und Lya Beuning. Sie hatten mit dem Programm Simpleshow das Handlungskonzept der Gemeinde Saerbeck unter anderem zur Wärmewende in animierte Erklärvideos umgesetzt.

Wie schwer das letzte ausstehende Wegstück zur Energieneutralität in der Gemeinde, die Verkehrswende, werden wird, haben Jana Rausch und Sophia Thiel erfahren. Für die unterschiedlichen Antriebsarten von Autos hatten sie die Kapazitäten von Batterien bei verschiedenen Temperaturen gemessen, mit der Hand eine kleine Menge Wasserstoff erkurbelt, Interviews mit Autohäusern geführt und 112 Fragebögen dazu ausgewertet, welche Autos derzeit gefahren werden und welche die Befragten künftig anschaffen wollen. Wenig überraschend: Es bleibt überwiegend beim Verbrenner. Aus allem ziehen die Schülerinnen den Schluss, dass derzeit Hybridfahrzeuge als Übergangslösung zu reiner Elektromobilität am sinnvollsten sind. Wenn man nicht gleich aufs Rad umsteigen will oder kann.

Zu einem klaren Urteil kam auch Jamie Nixdorf beim Vergleich von Kies- zu Naturbeeten. Boden- und Oberflächentemperatur hatte er auf eigens angelegten Versuchsflächen ebenso gemessen wie Bodenfeuchte und Masse der Bodenlebewesen. Das schon vermutete Ergebnis konnte er mit eindeutigen Zahlen belegen: Kiesbeete heizen sich deutlich mehr auf, sind trockener und unter ihnen existiert weniger Leben. Darüberhinaus seien sie eher teurer und auf Dauer keineswegs pflegeleichter.

Die Facharbeiten zu den Projekten werden jetzt benotet, so Stefan Unewisse, und dann zur Verfügung gestellt - natürlich ohne die Bewertung. Als nächstes Projekt wird die Umfrage zur Wärmewende am 19. Juni im Bauausschuss vorgestellt. Im August oder September sollen in einem der nächsten Energiegespräche weitere Arbeiten präsentiert werden.

Text und Bilder: Harald Westbeld

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